Die erstaunlich gesunden ImkerInnen von Wuhan

Die erstaunlich gesunden ImkerInnen von Wuhan

Das Wissenschaftsmagazin Toxicon hat am 15. April 2020 über eine Studie aus der chinesischen Region Hubei berichtet. Deren Hauptstadt Wuhan gilt als Ausgangspunkt der COVID-19-Pandemie. Die Imkervereinigung von Hubei hatte eine Umfrage ins Leben gerufen, wie und in welcher Form die ImkerInnen der Region von dem Virus betroffen sind. 5115 ImkerInnen nahmen an der Umfrage teil, darunter 723 aus Wuhan. Das höchst erstaunliche Ergebnis: Kein Imker und keine Imkerin zeigten Symptome von COVID-19, alle waren durch die Bank gesund.

“In Hubei province, the epicentre of COVID-19 in China, the local beekeepers association conducted a survey of beekeepers. A total of 5115 beekeepers were surveyed from February 23 to March 8, including 723 in Wuhan, the outbreak epicentre of Hubei. None of these beekeepers developed symptoms associated with COVID-19, and their health was totally normal.”

Magazin Toxicon, 15. April 2020

Daraufhin befragten chinesische WissenschaftlerInnen fünf sogenannte apitherapists, die in einer Klinik in Wuhan Patienten mit Bienengift behandeln. Zwei der apitherapists hatten ungeschützten Kontakt mit Patienten, bei denen ein Verdacht auf COVID-19 bestand. Die anderen hatten Kontakt zu Menschen, die positiv auf COVID-19 getestet waren. Trotzdem erkrankte keiner der fünf apitherapists. Auch wurden 121 Patienten befragt, die mit Bienengift behandelt worden waren. Hier gab es im familiären Umfeld Kontakt zu COVID-19-Patienten. Von den mit Bienengift behandelten Patienten erkrankte jedoch ebenfalls niemand an COVID-19.

Dass die ImkerInnen nicht an COVID-19 erkrankten, könnte nach Aussage der WissenschaftlerInnen auch daran liegen, dass diese in weniger dicht besiedelten Gebieten wohnen. Das gelte aber nicht für die apitherapists, die alle in Wuhan lebten und praktizierten.

Abschließend empfehlen die Wissenschaftler, diese erstaunlichen Ergebnisse genauer zu untersuchen. Vergleichsstudien an Affen kämen dafür beispielsweise infrage.

Drei deutsche Ärzte nehmen diese Studie zum Anlass, um auch in Deutschland entsprechende Grundlagenforschung zu betreiben. Prof. Dr. Karsten Münstedt (“Imker und Brustkrebsspezialist”), Dr. Heidrun Männle und Prof. Dr. Jutta Hübner haben gemeinsam mit der Universität Jena einen Fragebogen entwickelt, der sich speziell an ImkerInnen richtet. Prof. Dr. Münstedt bestätigte dem Deutschen Bienenjournal, dass die Ethikkommission der Universität Jena die Umfrage bereits positiv bewertet habe. Den Fragebogen stellt der Kreis-Imkerverein Ingelheim-Bingen e.V. gerne zur Verfügung und bittet seine Mitglieder um rege Teilnahme. “Das sind bis jetzt erstaunliche Ergebnisse. Hoffentlich ist da etwas dran”, so der 1. Vorsitzende Franz Wassermann.

Toxicon ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, die vom in Amsterdam ansässigen Elsevier-Verlag veröffentlicht wird. Die erste Ausgabe erschien im Jahr 1962. Derzeit erscheint die Zeitschrift sechzehnmal im Jahr. Sie ist die offizielle Zeitschrift der International Society on Toxinology.

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